Stimulation der Mikrozirkulation

Eine gestörte Mikrozirkulation und die damit verbundene schlechtere Versorgung und Entsorgung im abhängigen Zellgewebe kann zur Entwicklung von Erkrankungen wie Diabetes beitragen und ihren Verlauf und den Heilungsprozess negativ beeinflussen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie von Durchblutungsstörungen ist – neben einem gesunden Lebensstil – die Behandlung möglicher Grunderkrankungen wie eines Diabetes, Bluthochdrucks oder erhöhter Blutfettwerte. Ein weiterer Therapieansatz ist die gezielte Anregung der Mikrozirkulation. Klassische medizinische Methoden sind hier limitiert.

Abhängig vom Ort der Durchblutungsstörung und dem Krankheitsbild gibt es Möglichkeiten, die Weite der Gefäße durch Medikamente anzuregen und so den Blutfluss zu regulieren. Bei großkalibrigen Gefäßen ist dies über Nervenreize und chemische Signale möglich. Mikrogefäßen fehlen die Rezeptoren, um diese Signale zu empfangen. Das bedeutet, die Pumpbewegung der kleinsten Gefäße lässt sich auf diese Weise nicht beeinflussen. Es gibt einen erfolgversprechenden Therapieansatz, der Schulmedizin und Komplementärmedizin verbindet: die Physikalische Gefäßtherapie. Sie gewinnt als moderne Maßnahme zur Behandlung von Mikrozirkulationsstörungen zunehmend an Bedeutung, wie aktuelle Studien belegen.

Komplementärmedizinischer Ansatz: Physikalische Gefäßtherapie

Die Muskelzellen in den Gefäßwänden der Mikrogefäße werden ohne Nervenimpulse und chemische Botenstoffe allein durch eine autorhythmische Erregung gesteuert. Ihre Kontraktion kann über lokale mechanische Reize angeregt werden. Genau das macht sich die Physikalische Gefäßtherapie zunutze. Die Stimulation der Gefäße erfolgt mit Hilfe eines elektromagnetischen Feldes, das von einem speziellen, zertifizierten Medizingerät erzeugt wird. Dieses Gerät sendet in genau definierter zeitlicher Abfolge Impulse, die in das zu behandelnde Gewebe eindringen, dort die Pumpbewegung der Kapillaren anregen und so die Mikrozirkulation im Kapillargebiet verbessern.

Komplementärmedizin

Viele Erkrankungen sind sehr komplex. Sie werden von zahlreichen, unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, von denen einige in der klassischen, wissenschaftlich orientierten Medizin nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Ergänzend zu dieser sogenannten Schulmedizin gibt es verschiedene therapeutische Ansätze, die unter dem Begriff Komplementärmedizin zusammengefasst werden. Beispiele sind Akupunktur, Homöopathie, Meditation oder bioenergetische Verfahren.

Ein großer Teil der komplementärmedizinischen Methoden ist aus rein naturwissenschaftlicher Sicht nicht erklärbar. Zweifelsfrei zeigen sie dennoch Wirkung. Für einige dieser komplementären Therapieansätze liegen Untersuchungsreihen mit Beobachtungs- und Vergleichsstudien vor, die dies bestätigen. Zugleich erlauben die Erhebungen, mögliche unerwünschte Effekte und Nebenwirkungen zu erfassen und gegebenenfalls Gegenanzeigen zu benennen. So kann, wie man es aus der Schulmedizin kennt, auch vor Anwendung von komplementärmedizinischen Methoden eine Nutzen-Risiko-Abschätzung erfolgen. Auf diese Weise findet die Komplementärmedizin als ergänzende und unterstützende Behandlungsform zunehmend Akzeptanz. Denn letztendlich geht es darum, das gesamte Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten zu nutzen, um den Gesundheitszustand und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Einsatzmöglichkeiten

Bei vielen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen, die mit einer verminderten Organ- und Gewebedurchblutung einhergehen, bietet die Physikalische Gefäßtherapie eine wirkungsvolle Ergänzung schulmedizinischer Behandlungskonzepte. Auf der Liste der Anwendungsgebiete stehen sowohl Erkrankungen des Bewegungsapparates als auch Stoffwechsel- und Wundheilungsstörungen sowie Schlafstörungen und Erschöpfungszustände; darüber hinaus wird die Physikalische Gefäßtherapie zur Steigerung der allgemeinen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit und zur Unterstützung des Abwehrsystems angewandt (siehe Übersicht).

Anwendungsgebiete

  • Chronische Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Akute und chronische Schmerzen
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Unterstützung von Heilungsprozessen, z. B. nach Knochenbruch, Zerrung, Bänderriss, Bandscheibenvorfall
  • Unterstützung der Rehabilitation nach Krankheiten
  • Unterstützung der Regeneration nach körperlicher Anstrengung
Vorbeugung von Krankheiten und Leistungssteigerung:
  • Stärkung des Immunsystems
  • Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens

Wirksamkeit

Das Schlaf- und Regenerationsprogramm wurde speziell für die Behandlung in der Nacht entwickelt. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass es während des Schlafs zu einer spezifischen Umverteilung des Blutes kommt. Diese ist für das Immunsystem sehr bedeutsam. Die Schlafbehandlung reduziert auf diese Weise nicht nur die Infektanfälligkeit, sondern steigert auch die Regeneration. Das Programm ist vor allem für Ältere und für Menschen in der Rehabilitationsphase hilfreich.

Bei Einführung neuer Therapieansätze finden immer konstruktive Diskussionen mit den Meinungsbildnern der Schulmedizin über den Nutzen dieser Therapien statt. Die zahlreichen Erfahrungswerte, die aus langjähriger praktischer Anwendung vorliegen, sind hierbei schlagende Argumente. Viele Patienten spüren bereits wenige Wochen nach Behandlungsbeginn die positiven Effekte. Ihr allgemeiner Gesundheitszustand verbessert sich, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden steigen. Zudem trägt die Anwendung häufig zu einem günstigeren Verlauf einer schulmedizinischen Therapie bei. Etliche Beobachtungsstudien mit Patienten unterschiedlicher Grunderkrankungen bestätigen dies.

Wirksamkeitsprüfungen

  • Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen die positiven Auswirkungen der Physikalischen Gefäßtherapie auf die Mikrozirkulation.
  • Beobachtungsstudien belegen u. a.:
    • eine deutliche Verbesserung der Schlafwerte bei Patienten mit Schlafstörungen
    • eine Verringerung des Schmerzes bei unterschiedlichen schmerzhaften Erkrankungen
    • eine Verstärkung der etablierten medizinischen Therapie bei Patienten mit Diabetes und Wundheilungsstörungen
    • eine verbesserte Rehabilitation, insbesondere bei älteren Patienten
    • positive Einflüsse auf das Abwehrsystem

Verträglichkeit

Jeder Anwender reagiert individuell auf die Physikalische Gefäßtherapie. Das gilt sowohl hinsichtlich des zu erwartenden Behandlungserfolges als auch hinsichtlich möglicher unerwünschter Begleiterscheinungen. Aus jahrzehntelanger Praxiserfahrung und millionenfacher Anwendung sind keinerlei gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen der Physikalischen Gefäßtherapie bekannt. Gleichwohl ist es immer verantwortungsvoll, Therapieanwendungen mit den behandelnden Ärzten zu besprechen und abzustimmen.

Rücksprache mit dem Arzt

Liegt eine der folgenden Erkrankungen und Beschwerden vor, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren und die Anwendung der Physikalischen Gefäßtherapie mit ihm absprechen:

  • fieberhafte Erkrankung,
  • Infektionskrankheit,
  • schwere Herzrhythmusstörungen,
  • Schlaganfall,
  • Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel oder Thrombose,
  • schwere Psychosen,
  • unkontrollierte Anfallsleiden,
  • alle schwerwiegenden Erkrankungen (z. B. Tumorerkrankungen), die einer kontinuierlichen ärztlichen Behandlung und Medikamenteneinnahme bedürfen.
  • Außerdem sollten schwangere Frauen die Anwendung der Physikalischen Gefäßtherapie mit ihrem Arzt besprechen.
Gegenanzeige:
  • Patienten, die nach einer Organ-/ Zelltransplantation Immunsuppressiva einnehmen müssen. Diese Medikamente unterdrücken die Abwehrreaktionen des Immunsystems, um eine Abstoßung des Transplantats zu verhindern. Die Physikalische Gefäßtherapie stärkt das Immunsystem und würde dem entgegenwirken.

Patienten, die die Physikalische Gefäßtherapie als Ergänzung zu einer vom Arzt verordneten Therapie einsetzen möchten oder dauerhaft Medikamente einnehmen müssen, sollten dies keinesfalls ohne Wissen des behandelnden Arztes tun. Denn die Physikalische Gefäßtherapie kann die Wirkung mancher Medikamente verstärken oder auch abschwächen, so dass eventuell eine Anpassung der Dosierung notwendig wird. Solche Wechselwirkungen sind z. B. mit bestimmten blutverdünnenden Medikamenten, die zur Behandlung von Thrombose und zur Vorbeugung von Schlaganfall eingenommen werden müssen, bekannt. Bei diesen Patienten muss der Arzt die Blutwerte über den Anwendungszeitraum der Physikalischen Gefäßtherapie engmaschig kontrollieren. Auch für Patienten mit schweren Erkrankungen und einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand gilt die Empfehlung, medizinische Kontrolluntersuchungen vor und während der Anwendung wahrzunehmen. Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren oder metallische Implantate wie OP-Schrauben oder -Platten sind kein Hinderungsgrund für die Anwendung der Physikalischen Gefäßtherapie. Das elektromagnetische Feld, das von den speziellen Therapiegeräten erzeugt wird, kann, wie verschiedene Gutachten bestätigen, keine Störungen verursachen.

Wichtig für alle Anwender ist: Wenn während oder nach der Physikalischen Gefäßtherapie unklare Beschwerden auftreten, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Ein mögliches leichtes Wärmegefühl oder Kribbeln während der Anwendung ist normal.

Ablauf der Therapie

Die Anwendung wird meist mit dem eigenen Gerät zu Hause durchgeführt, viele Ärzte bieten die Physikalische Gefäßtherapie mittlerweile auch als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL-Leistung) in ihrer Praxis an.

Je nach Krankheitsbild erfolgt die Physikalische Gefäßtherapie grundsätzlich als Ganzkörpertherapie zur allgemeinen Verbesserung der Mikrozirkulation sowie lokal zur zusätzlichen Stimulierung der Mikrogefäße in den betroffenen Körperregionen. Dafür stehen verschiedene Applikationsmodule (Ganzkörpermodul, Sitzkissen, Sessel, Spot, Pad) zur Verfügung.

Kostenübernahme

Viele Ärzte bieten die Physikalische Gefäßtherapie als Individuelle Gesundheitsleistung, kurz: IGeL, an. Diese Leistungen gehören grundsätzlich nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), d. h., wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, müssen Sie die Behandlung selbst bezahlen. Sind Sie privat versichert, ist die Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung abhängig von Ihrem individuellen Vertrag. Vor der Inanspruchnahme der IGeL-Leistung wird Ihnen Ihr Arzt einen Kostenvoranschlag über die zu erwartenden Behandlungskosten erstellen.

Als Basistherapie wird zunächst über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen die tägliche Anwendung morgens und abends für jeweils 8 Minuten empfohlen. Diese Basisbehandlung kann durch eine intensive Zusatzbehandlung sowie das Schlafprogramm ergänzt werden. Zur Anwendung des Schlafprogramms während der Nacht lässt sich das Ganzkörpermodul mit Hilfe eines Fixierbandes auch fest im Bett installieren.

Die empfohlene gesamte Behandlungsdauer hängt von der Schwere und dem Verlauf der Krankheit, dem Allgemeinzustand und dem Alter der Patienten ab. Viele Anwender, u. a. Leistungssportler, nutzen die Physikalische Gefäßtherapie dauerhaft, um ihre Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten und Regenerationsprozesse anzuregen.

Hinweise für die Anwendung

  • Nehmen Sie eine bequeme Körperhaltung ein
  • Tragen Sie lockere Kleidung
  • Sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima
  • Versuchen Sie zu entspannen und lassen Sie sich nicht ablenken; schalten Sie das Handy aus
  • Trinken Sie vor der Anwendung keinen Kaffee oder Tee
  • Trinken Sie vor und nach der Anwendung ein Glas Wasser (möglichst ohne Kohlensäure)

BGV Info Gesundheit e.V. • Heilsbachstr. 32 • 53123 Bonn • E-Mail: info(at)bgv-info-gesundheit.de

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